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Steckbrief Brokkoli

Steckbrief

Brokkoli

Anzucht
März-Juni
Pflanzung
April-Juli
Direktsaat
April-Juni
Ernte
Mai November
Schwierigkeit
Gemüse für Fortgeschrittene
Standort
Sonne bis Halbschatten
Abstand
50x50cm
Boden pH-Wert
6,5-7,5
Düngung
Kompost, Hornspäne
Wasserbedarf
sehr hoch
Gute Nachbarn
Artischocke, Bohne, Endivie und Zuckerhut, Erbsen, Kartoffeln, Kopf- und Pflücksalat, Mangold, Petersilienwurzel, Porree, Radicchio, Rhabarber, Rote Bete, Schwarzwurzel, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomate
Schlechte Nachbarn
Asiasalat, Erdbeere, Feldsalat, Knoblauch, Rucola, Speiserübe, Zwiebel
Zehrer
Starkzehrer
Pflanzenfamilien
Kreublütler

Der Brokkoli gehört neben dem Blumenkohl zu den Gemüsearten, die zu besonders vielen Misserfolgen führen.

Mit diesen Tricks werdet ihr es aber trotzdem schaffen eure eigenen, wunderschönen Brokkoliköpfe zu ernten.

Wie wird der Brokkoli gesät?

Die Aussaat

Die Anzucht

Grundsätzlich wachsen Kohlpflanzen meist am besten, wenn ihr die Samen nicht direkt ins Beet sät, sondern die Jungpflanzen in Anzuchterde vorzieht und sie dann etwa einen Monat später ins Beet pflanzt.

Von Anfang März bis Ende Juni könnt ihr Brokkolisamen in die Erde bringen.

Sät die Kohlsamen im Abstand von etwa 4 bis 5 cm zueinander in einer Anzuchtschale aus. Wenn ihr ein paar Körnchen zu dicht gesät habt, ist das nicht schlimm. Bedeckt die Samen mit Erde und gießt kräftig an. Jetzt sollte die Erde nicht mehr austrocknen.

Ab März könnt ihr auch im Gewächshaus vorziehen und ab Mai könnt ihr die Kohlpflänzchen sogar draußen stehen lassen.

Die Keimung

Kohlpflanzen haben eine sehr schnelle Keimung, bereits nach einer Woche zeigen sich die ersten Keimlinge.

Jetzt ist es sehr wichtig, dass die kleinen Pflänzchen weder zu warm, noch zu dunkel stehen, sonst werden sie sehr schnell sehr hoch, sind dabei aber nicht kräftig genug und können abknicken.

Jedes Kohlpflänzchen sollte nach der Keimung mindestens 4 cm Platz haben, stehen einige Keimlinge zu dicht solltet ihr sie ausdünnen.

Wann, wie und wo?

Die Pflanzung

Etwa einen Monat nach der Aussaat sind die Jungpflanzen dann fertig für die Pflanzung. Pflanze die Brokkolijungpflanzen im Abstand von etwa 50 x 50 cm, das sieht erstmal sehr weit entfernt aus, aber die Pflanzen werden dann Platz am Ende brauchen.

Die Jungpflanzen können auch deutlich tiefer im Beet sitzen, als vorher in der Anzuchtschale, denn am Stiel der Pflanze können sich neue Wurzeln bilden.

Am besten pflanzt ihr so tief, dass das erste Blattpaar geradeso oberirdisch ist. Ab jetzt solltet ihr täglich kräftig wässern, denn sobald der Boden austrocknet wird die Kopfbildung erschwert.

Pflege bevor und nach der Pflanzung

Am besten wählt ihr ein möglichst sonniges Beet und düngt es kräftig mit Kompost und Hornspänen. Brokkoli ist ein sogenannter Starkzehrer und benötigt sehr viele Nährstoffe, vor Allem Stickstoff.

Eine weitere Hilfe für den Boden ist Kalk, denn in einem kalkhaltigen Boden tut sich die Krankheit Kohlhernie am schwersten. Außerdem setzt Kalk den pH-Wert des Bodens nach oben und Kohlpflanzen lieben einen möglichst hohen pH-Bodenwert.

Für ein gutes Anwachsen, könnt ihr auch zusätzlich noch einen Teelöffel Universal- oder Gemüsedünger ins Pflanzloch geben.

Am besten ist eine Wässerung mit einem Sprenkler. An sehr heißen Tagen müsst ihr unter Umständen sogar zweimal am Tag gießen. Außerdem solltet ihr den Brokkoli etwa ein- bis zweimalmal pro Monat mit verdünnter Brennnesseljauche oder flüssigem Gemüsedünger nachdüngen.

Wenn du nicht anziehen willst...

Die Direktsaat

Wenn ihr doch lieber direktsäen wollt, weil ihr zum Beispiel keinen geeigneten Platz für die Anzucht habt, könnt ihr das von April bis Juni tun.

Die Beetvorbereitung ist genau wie vor der Pflanzung, nur dass ihr jetzt nicht die Pflanzen im Abstand von 50 x 50 cm in die Erde bringt, sondern die Samen.

Streut etwa alle 50 cm mehrere Samen in die Erde und wässert kräftig.

Nach der Keimung lasst ihr dann an jeder Stelle, also alle 50 cm, nur ein Pflänzchen stehen.

Kohlpflanzen entwickeln sich bei Direktsaat aber oft nicht so gut. Wenn ihr keinen Platz für die Anzucht habt, könnt ihr auch vorgezogene Jungpflanzen im Baumarkt oder Gartencenter kaufen.

Schädlinge?

Kohl kann hierzulande von sehr vielen Schädlingen befallen werden. Gegen die meisten Schädlinge, wie die weiße Fliege, den Kohlweißling oder gefräßige Tauben, hilft ein engmaschiges Gemüseschutznetz.

Wenn Tomaten in der Nähe der Kohlpflanzen wachsen, könnt ihr das Risiko etwas minimieren, dass der Kohlweißling an eure Kohlpflanzen geht, denn den Duft der Tomatenpflanzen mag der Schmetterling gar nicht.

Die Ernte

Wann ist der Brokkoli erntereif?

Die Ernte

Sobald sich der Kopf im Inneren der Brokkolipflanze zeigt, dauert es nicht mehr lange bis zur Ernte.

Wenn der Kopf ein paar Tage zu viel auf dem Beet steht, können die Köpfe in Blüte gehen, erntet also lieber einen Tag zu früh, als einen Tag zu spät. Herrscht während der Kopfbildung große Hitze wird die Blütenbildung ebenfalls gefördert.

Beste Wachstumschancen

Die größten Erfolgschancen auf eine tolle Brokkoliernte habt ihr bei einer Pflanzung im Juni und Juli und der Ernte im September und Oktober, denn dann ist es zur Zeit der Kopfbildung nicht mehr so heiß und die Tage sind kürzer.

Da sich Brokkoli gerade im Sommer sehr schwer tut, empfiehlt es sich die Pflanzungen im April, Juni und Juli vorzunehmen, Maipflanzungen gehen am häufigsten frühzeitig in Blüte.

Was passiert nach der Ernte?

Nachdem das Brokkolibeet abgeerntet ist, sollten auf dieser Fläche für mindestens zwei bis drei Jahre keine weiteren Kreuzblütler, wie Kohlarten, Rettich oder Asiasalate mehr wachsen, sonst kann die Krankheit Kohlhernie um sich greifen.

Mittlerweile gibt es aber auch einige Kohlsorten, die gegen diese Krankheit resistent sind. Sie können auch ohne Anbaupause auf das selbe Beet gepflanzt werden.

Sorten

„Calabrese Natalino“ ist eine besonders kälteresistente  Sorte für die frühen Pflanzungen mit einer Ernte von Ende Mai bis in den Juni.

„Rasmus“ ist eine tolle Sorte für die Pflanzung im Hochsommer und Ernte im Herbst.

Tipp

Der Brokkoli ist definitiv ein Gemüse für Leidensfähige. Er mag es weder zu warm noch zu kalt, aber solltet ihr die perfekte Temperatur bei ihm finden, wird er euch viel Freude bereiten.